Ärger mit Wespen? Dass muss nicht sein.

Montag, 17. August 2015

Ärger mit Wespen? Dass muss nicht sein.

2015 ist aus Sicht der Wespen ein Superjahr. Zum Leidwesen vieler Menschen, die viel Zeit auf der Terrasse und im Garten verbringen oder leidenschaftlich gerne grillen. Dabei kann man sich den größten Ärger relativ einfach ersparen.

Welches Wetter braucht es für ein Wespenjahr? Am besten sind ein milder Winter und lange Hitzeperioden im Sommer. Also genau die Verhältnisse, die heuer geherrscht haben und aktuell herrschen. Durch den sehr warmen Winter haben viele Königinnen überlebt. Die anhaltende Hitze tut ihr Übriges, weil die Tiere ungestört ausfliegen und so Nahrung für die Brut anschaffen können. Perfekte Bedingungen für eine starke Vermehrung.

Die Höhepunkte des Wespenjahres sind August und September. Ein Nest kann in einem so guten Jahr wie heuer problemlos 10.000 Tiere umfassen. In Mitteleuropa sind vor allem die Gemeine und die Deutsche Wespe anzutreffen.

Fliegen Wespen aus, sind sie vor allem auf Zucker und Proteine aus. Also Dinge, die beim Grillen gefunden werden können.

Dabei sind Wespen eigentlich nützliche Tiere. Sie helfen bei der Bestäubung von Pflanzen, fressen andere Insekten, darunter auch viele Schädlinge, und dienen Vögeln als Nahrung.

Trotzdem können sie sehr lästig werden. Um Stiche zu vermeiden und zu verhindern, dass Wespen mehr vom Grillen haben als Sie selbst, gibt es ein paar Tricks und Tipps.

Dos und Don’ts im Umgang mit Wespen

  • Kommen Wespen näher, als Ihnen lieb ist, fuchteln Sie nicht herum. Wespen stechen nicht grundlos und mit wildem Herumfuchteln und Schreien geben Sie ihnen einen Grund. Das Credo lautet: Ruhe bewahren. Sobald die Wespe bemerkt, dass es bei Ihnen nichts zu holen gibt, fliegt sie von alleine wieder davon.

  • Auch das Wegblasen der Tiere ist keine gute Idee. Das CO2 der Atemluft macht die Tiere aggressiv. CO2 gilt im Wespennest nämlich als Alarmsignal.

  • Meiden Sie grelle Farben oder Blumenmuster bei der Kleidungswahl. Am uninteressantesten sind sie für Wespen, wenn sie weiße Kleidung tragen.

  • Starke Gerüche sollten vermieden werden. Ohne Parfums, Deos und Ähnlichem ist man für die Tiere weniger attraktiv.

  • Passen Sie beim Trinken auf. Wespen klettern gerne in Gläser und Flaschen. Vor allem Wespen in Flaschen werden oft übersehen und dann kann es zu Stichen im Mund oder Hals kommen, die sehr gefährlich werden können. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Strohhalme verwendet werden. Die Getränke können auch einfach abgedeckt werden mit Bierdeckeln, etc.

  • Decken Sie auch Essen immer gut ab. Finden Wespen keine Nahrung, fliegen sie weiter. Das ist also ein einfaches Mittel, um Herr über die “Plage” zu werden.

  • Natürlich ist das Abdecken von Lebensmitteln nicht immer praktikabel. Besonders, wenn es gerade ans Essen geht, und man die kulinarischen Köstlichkeiten genießen möchte. Hier kann man sich mit ein paar einfachen Tricks helfen: Eine Möglichkeit besteht darin, Kaffeepulver abzubrennen. Nehmen Sie dafür eine feuerfeste Schüssel mit Kaffeepulver und zünden Sie dieses an. Es wird nicht brennen, sondern vor sich hin glimmen. Der dabei entstehende Geruch und der Rauch vertreiben die Wespen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Wespen abzulenken. Stellen Sie dazu in einer Entfernung von fünf bis zehn Metern eine Schüssel mit überreifem Obst, am besten Weintrauben, auf. Die Wespen werden dieser Versuchung nicht wiederstehen können und Sie dafür in Ruhe lassen. Honig und Marmelade eignen sich dafür übrigens weniger, da die Tiere dadurch aggressiver werden.

  • Hornissen sind die einzige Wespenart, die auch in der Nacht ausfliegt. Wollen Sie nicht, dass die Tiere sie besuchen, schalten Sie alle unnötigen Lichtquellen aus. Durch das Licht werden sie nämlich angelockt.

  • Bei einem Stich ist es am besten, die betroffene Stelle zu kühlen. Kommt es zu einem Hautausschlag, starken Schwellungen oder Atemnot, ist unbedingt der Notarzt zu rufen.

Mit Anfang Oktober werden die Nächte zunehmend kälter und die Wespenpopulation nimmt ab. Das Wespenjahr geht zu Ende.