Dienstag, 17. April 2012

Auf gute Nachbarschaft im Garten!

Oder wer mit wem...

Wer seinen Garten über mehrere Jahre hinweg aufmerksam beobachtet, wird feststellen, dass sich an einer Stelle zwei Pflanzenarten sehr gut vertragen und eng umschlungen den ganzen Sommer über grandios gedeihen. Anderswo ziehen sich bisherige Nachbarn offensichtlich voneinander zurück, fliehen einander regelrecht, bis ein Teil ganz verschwindet.

Ringelblumen und Thymian sind so ein Fall: Sie mögen sich nicht, meist verliert die Ringelblume oder es gehen beide Pflanzen ein. Der Fall ist weniger bekannt, kann aber von jedem nachgeprüft werden. Wobei zu beachten ist, dass Thymian viel Sonne braucht – an schattigen Plätzen geht er auch ganz ohne Ringelblumen ein. Gut ergänzt er sich dafür mit Walderdbeeren.
Nahezu perfekt dagegen vertragen sich Rosen und Lavendel (obwohl es in den seltensten Fällen stimmt, dass durch die Nachbarschaft mit Lavendel keine Blattläuse mehr an den Rosen knabbern). Leider ist es jedoch den wenigsten GärtnerInnen bewusst, dass Rosen und Lavendel total unterschiedliche Böden benötigen und die Symbiose dadurch vielerorts nicht einfach ist: Rosen wollen Luxusböden (nicht zu nass, nicht zu trocken, nicht zu fett, nicht zu mager, nicht zu warm, nicht zu kalt…), Lavendel hat am liebsten viel Stein, auf dem er sich rundum warm ausbreiten kann… Außer Rosen liebt der Lavendel übrigens Paradeiser – die sich wiederum äußerst ungern mit anderen Nachtschattengewächsen ein Beet teilen.

Melanzani, Paprika, Chili und Kartoffel haben ähnliche Bedürfnisse wie Paradeiser und können sich daher nicht ergänzen – weder in Sachen Boden Beschaffenheit. Noch in Bezug auf etwaige Schädlinge. So fliegt der Kartoffelkäfer normalerweise zwar nicht auf Tomaten – es ist aber überliefert, dass er Tomaten, die gleich daneben stehen, durchaus mit befallen kann.

Das heißt: Einerseits gibt es Pflanzen, die sich als Nachbarn einfach nicht „riechen“ können und einander fliehen. Andererseits sind Pflanzen mit ähnlichen Bedürfnissen keine idealen Nachbarn. Weil sie sich weder ober- noch unterirdisch unterstützen können. Kartoffel z. B. mögen weder Kürbis noch Sonnenblumen. Kohlrabi und Spinat dagegen vertragen sich mit dem Erdapfel gut. Warum? – Sie geben unterschiedliche Substanzen aus ihrem Stoffwechsel an den Erdboden ab, so entsteht ein Wechselspiel aus Geben und Nehmen, das dem Gedeihen förderlich ist. Und: Sie haben unterschiedliche Reifezeiten.

Noch einen Grund gibt es, Pflanzen im Garten zusammenzusetzen: Altbekannt und altbewährt ist die Freundschaft von Salbei, Thymian und Pfefferminze mit den Kohlpflanzen – weil sie den Kohlweißling, einen kleinen weißen Schmetterling, davon abhalten, den Kohlkopf mit seinen Eiern (und Raupen) zu ruinieren. Setzt man Schnittsellerie zum Kohl dazu, fühlen sich auch die lästigen Erdflöhe abgestoßen.

 Partnerpflanzen und solche, die keine guten Nachbarn sind:

Erdäpfel-Freunde: Kümmel, Koriander (Frühkartoffel), Spinat, Kohlrabi, Mais, Kapuzzinerkresse

Negativ: Kürbis, Paradeiser, Sonnenblumen, Sellerie

Erdbeeren mögen: Knoblauch, Kohl, Lauch, Rettich, Radieschen, Zwiebel, Salat, Bohnen, Schnittlauch, Spinat

Negativ: Erdäpfel, Kohl

Kohlköpfe mögen: Schnittsellerie, Salbei, Thymian und Pfefferminze, Sellerie, Basilikum

Negativ: Erdbeeren, Knoblauch, Zwiebel

Kohlrabi mag: Kartoffel, Kürbis, Bohnen, Erbsen, Salat, Paradeiser, Radieschen, Rote Rüben, Sellerie, Spinat, Lauch

Negativ: Kohlrabi verträgt sich seinerseits mit fast allem.

Kürbis mag: Kohlrabi, Erdäpfel

Paradeiser mögen: Petersilie, Lavendel, Knoblauch, Kohl, Kohlrabi, Kapuzzinerkresse, Zwiebel, Spinat, Basilikum, Bohnen, Karotten, Lauch

Negativ: Melanzani, Paprika, Chili, Kartoffel, Erbsen, Fenchel, Rote Rüben, Gurken

Pfefferminze mag: Wein (hilft gegen Mehltau)

Ringelblumen mögen: Kartoffel, Kohl (erhöht den Ernteertrag, fördert die Bodengesundheit)

Negativ: Thymian

Rosen mögen: Lavendel und viele andere Blühpflanzen

Salbei mag: Thymian, Rosmarin,

Schnittsellerie mag: Kohlköpfe

Negativ: Kartoffel, Mais

Spinat mag: Paradeiser, Kartoffel, Kohl, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Chinakohl, Erdbeeren

Negativ; Rote Rübe, Zwiebel

Thymian mag: Walderdbeeren, Rosmarin, Salbei,

Negativ: Basilikum (verkümmert)