Barbarazweige - Blühendes für Weihnachten

Mittwoch, 02. Dezember 2015

Barbarazweige - Blühendes für Weihnachten

Eigentlich ein alter Brauch, aber ein schöner, weil dank ihm zu Weihnachten der Duft von frisch-blühenden Zweigen die Häuser erfüllt. Auch den Augen schmeichelt diese Blütenpracht. Damit die Barbarazweige aber wirklich zu Weihnachten blühen, dafür kann man mit ein paar einfachen Tricks sorgen.

Am 4. Dezember, dem Gedenktag der heiligen Barbara, werden frische Zweige von Obstbäumen geschnitten und in einer Vase in der Wohnung aufgestellt. Je nach Gegend und lokalem Brauchtum werden dafür Zweige von anderen Obstbäumen genommen. Verwendet werden Kirsch-, Haselnuss-, Birken-, Apfel- und Holunderzweige, um nur einige zu nennen. Die Zweige sollen bis zum 24. Dezember, Heilig Abend, blühen und so die Wohnungen Schmücken in der oft tristen Winterzeit.

Dass die Zweige gerade am Barbaratag geschnitten werden, wird auf eine Legende zurückgeführt. Auf dem Weg ins Gefängnis soll sich das Kleid Barbaras von Nikomedien an einem Kirschzweig verfangen und diesen in weiterer Folge abgerissen haben. Barbara nahm diesen Zweig daraufhin mit und stellte ihn in ihrer Zelle in ein Gefäß mit Wasser. Sie wurde nämlich von ihrem Vater zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hat, ihren christlichen Glauben aufzugeben. Am Tag ihrer Hinrichtung soll der Kirschzweig geblüht haben. Weil die Existenz Barbaras historisch nicht gesichert ist, gibt es auch die Vermutung, dass die Wahl des Barbaratages für den Brauch praktische Gründe hatte, da der zeitliche Abstand bis zum Heiligen Abend in etwa der Zeitspanne entspricht, die die Knospen der Zweige brauchen, um zu blühen.

Schriftlich nachgewiesen ist der Brauch seit dem 13. Jahrhundert. Da er schon eine lange Geschichte hat, haben sich lokal einige Besonderheiten herausgebildet. So wurden früher in Böhmen die Zweige nur mit einem Hemd bekleidet geschnitten, indem man ihnen den Rücken zukehrte und sie nicht betrachtete. In vielen Gegenden wurden sie auch immer wieder als Orakel verwendet. Als Ernteorakel zeigte etwa die Blütenzahl die Erntegröße des nächsten Jahres. Es gab aber auch den Brauch, dass junge Mädchen jedem Zweig den Namen eines Verehrers zuwiesen und der Zweig, der zuerst blühte, sollte auf den zukünftigen Bräutigam hinweisen. In anderen Gegenden wiesen blühende Zweige auf viel Glück hin, dass man im nächsten Jahr haben würde, oder umgekehrt auf Pech, wenn die Zweige nicht blühten. Wie kann man nun aber dem eigenen Glück “auf die Sprünge helfen” und die Zweige bis Weihnachten zum Blühen bringen?

Zunächst kommt es einmal auf die Art der Zweige an. Bei Kirsch-, Zwetschgen- oder Pflaumenzweigen funktioniert es sehr zuverlässig. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Knospen sich bis Weihnachten öffnen. In diese Kategorie fallen bspw. auch Forsythien, Johannisbeeren, Zweige von Wildsträuchern, etc.

Schwieriger ist es bei Apfel, Goldregen und Flieder. Hier schafft man es nicht immer. Am besten man sucht Triebe mit runden, dicken Blütenknospen. Aus schmäleren Knospen werden meist nur Blätter.

Dann muss beachtet werden, dass Frostphasen nötig sind. Sonst treiben die Knospen nicht. Sollte das Jahr bis zum 4. Dezember also sehr mild gewesen sein, kann man überlegen, den Winter zu simulieren. Dafür schneidet man frische Zweige ab und legt sie in die Tiefkühltruhe.

Die Zweige werden schräg angeschnitten und in lauwarmem Wasser eingefrischt. Der optimale Standplatz für die Vase ist in einem kühleren Raum. In zu warmer, trockener Luft vertrocknen die Knospen nämlich.

Dann gibt man den Knospen die Zeit, die sie brauchen. Beschleunigen kann man die Blüte nicht. Übrigens: Das Wasser sollte regelmäßig gewechselt werden und es schadet auch nicht, wenn man die Zweige hin und wieder mit Wasser besprüht.

In diesem Sinne wünscht Ihnen Pflanzenfee schöne, blühende Weihnachten.