Donnerstag, 06. Februar 2014

Baum des Jahres 2014: Rotbuche (A) und Trauben-Eiche (D)

Dass Bäume für uns Menschen wichtig sind, ist bekannt. Sie produzieren Sauerstoff, binden CO² und Wasser, spenden Schatten, können als Baumaterial und zur Energieerzeugung genutzt werden… Um den Wert des Baumes bewusster zu machen, wird in vielen Ländern der „Baum des Jahres“ gekürt. In Deutschland ist dies 2014 die Trauben-Eiche (Quercus petraea) und in Österreich die Rotbuche (Fagus sylvatica). 

Trauben-Eichen sind mit bis zu 40 Metern Höhe und 2 Metern Stammesumfang herrlich große, gerade aufragende Bäume mit beeindruckender Laubkrone. An ihren sonnigen bis halbschattigen Standorten werden sie auch bis zu 1000 Jahre alt. Kein Wunder, dass viele Wege, ja sogar ganze Ortschaften nach diesen majestätischen Laubbäumen benannt sind (wie viele „Eichberg“ gibt es wohl im deutschsprachigen Raum!). Durch ihre tief reichenden Pfahlwurzeln, die tief in die Erde reichen, ist sie auch außerordentlich sturmfest.

Einst waren die Eichen heilig. Nicht nur bei den Kelten und Germanen, sondern auch bei Griechen und Römern wurde sie verehrt. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Italien und Griechenland bis zu den Britischen Inseln und Südskandinavien, Polen und Südwestrussland. Und das bis zu einer maximalen Seehöhe von 1300 Metern.
Den Namen Trauben-Eiche hat sie übrigens von den traubenförmig angeordneten Früchten, den Eicheln, die bei Vögeln wie Eichhörnchen gleichermaßen beliebt sind.

Wer sich selber eine Eiche züchten will, muss gesunde Eicheln sammeln und sie erst einmal „kalt“ stellen. Dazu gibt man sie z. B. in einen Topf mit Erde und stellt sie den Winter über ins Freie. Keimt die Saat im Frühling, muss sie allerdings bald ins Freiland übersiedelt werden: Sobald die Pfahlwurzel am Topfende unten ansteht, geht der neue Trieb sonst ganz schnell wieder ein…

Für Österreich haben das Umweltministerium und das Kuratorium Wald gemeinsam die Rotbuche (Fagus sylvatica) als österreichischen Baum des Jahres 2014 ausgewählt. „Als echte Europäerin ist sie unter den weltweit vorkommenden elf Buchenarten etwas ganz Besonderes", so die Begründung, sie passe sich auch hervorragend an die wärmeren klimatischen Bedingungen an und ihr Holz ist wie jenes der Trauben-Eiche von hoher Qualität.

Der Name des Baumes, der gut schattenverträglich ist und in Österreich mit etwa zehn Prozent am Gesamtvorrat die häufigste Laubbaumart darstellt, kommt von der leicht rötlichen Färbung des Holzes. Auch die Rotbuche erreicht mit bis zu 40 Metern eine stattliche Höhe, wird aber „nur“ bis zu 300 Jahre alt. Ihre Früchte heißen Bucheckern und werden ebenfalls von vielen Tieren gerne verzehrt.

Im Frühling springt die harte Schale auf und die Früchte beginnen zu keimen – am liebsten rund um den Mutterbaum.
Will man sie selber keimen, muss man warten, bis die Bucheckern aufplatzen und danach die (unversehrten!) Kerne herausnehmen. Anschließend stecken Sie die frischen Dunkelkeimer in einen Topf mit feuchtem Sand und bringen ihn am besten sofort ins Freie. Im Frühling geht’s dann ab in die Muttererde damit – fertig ist die Minibuche.

Aber bitte Achtung beim Pflanzen im eigenen Garten: Trauben-Eichen und Rotbuchen werden GROSS!