Mittwoch, 12. September 2012

Beliebte Heilkräuter – die Ringelblume

(Calendula officinalis)

Wenn die leuchtend gelben und orangen Ringelblumenköpfe im Gartenbeet zu kleinen Strahlenkränzen aufgehen, um die frühe Morgensonne zu begrüßen, ist Zeit für die Ernte. Vor allem bei zunehmendem Mond knapp vor Vollmond, denn da sind die Kräfte des entzündungshemmenden, leberstärkenden Heilkrauts am stärksten. Verwendet werden nur die Blüten ohne Blütenkopf.

Schon beim Abzupfen kann man etwas von der vielseitig einsetzbaren Heilkraft der Pflanze erahnen: Die Finger werden von der aromatischen, leicht klebrigen, leuchtenden Substanz ganz harzig – man kann sich gut vorstellen, wie das zur Wundheilung beträgt. Es sind vor allem die Pflanzenfarbstoffe wie Flavonoide und Carotinoide, aber auch ätherische Öle und Saponine, die die Ringelblume zur Heilpflanze machen. Sie wirken antibakteriell, außerdem lindernd, abschwellend und adstringierend, also zusammenziehend. Zudem fördern sie die Bildung von neuem Gewebe und damit die Wundheilung.

Um diese Wirkung zu erhalten, bereitet man eine Ringelblumensalbe zu:

Pflanzenöl, zerbröckeltes Bienenwachs und die Blütenblätter in einem Silberkännchen an zwei Tagen hintereinander im Wasserbad erwärmen und jeweils etwa eine Stunde lang immer wieder rühren, bis die Schmelze Farbe und Geruch angenommen hat. Anschließend auspressen (Sieb, Strumpf). Dunkel und kühl in verschlossenen Tiegelchen aufbewahrt, hält die Salbe bis zu über einem Jahr.

Die Salbe ist universell einsetzbar und hilft bei rissigen Lippen genauso wie bei kleinen Verbrennungen, Hautirritationen oder Sonnenbrand. Auch Pusteln können über Nacht verschwinden, Ekzeme und Pilzinfektionen gelindert werden. Bei beginnender Bronchitis auf Brust, Hals und Rücken aufgetragen und mit Wärme(flasche) versehen, lindert Ringelblumensalbe die gefühlten Beschwerden und hilft eventuell sogar, einen Ausbruch der Krankheit gänzlich zu verhindern.

Für Ringelblumentee die Blütenblätter trocknen (sie behalten ihre wunderschöne Farbe dabei!), einen Teelöffel davon mit heißem Wasser aufgießen und fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Abseihen, fertig. Zwei bis drei Tassen täglich davon haben krampflösende Wirkung und helfen so, Kopfweh, Verdauungs- Menstruations- oder Beschwerden während der Wechseljahre in den Griff zu bekommen. Selbst bei der Abheilung von Magengeschwüren kann er behilflich sein. Außerdem regt er den Gallenfluss an, stärkt die Leber und wirkt leicht abführend. Außerdem wird ihm nachgesagt, aufgrund der enthaltenen Saponine einen positiven Einfluss auf den Blutfettspiegel zu haben und sogar Melanome im Wachstum blockieren zu können.

Sowohl Salbe als auch Tee kann man natürlich auch fertig kaufen und sich weiterhin an den ungepflückten, farbenprächtigen Blüten im Garten erfreuen.