Des Gärtners beste Freunde

Mittwoch, 13. Mai 2015

Des Gärtners beste Freunde

Ein Blick in den Garten hebt die Stimmung. Alles gedeiht und blüht, die Blumen sprießen, bald kann man Köstlichkeiten ernten. Die harte Arbeit hat sich bezahlt gemacht. Obwohl: ganz alleine haben wir unser privates Paradies auch nicht hervorgebracht. Tausende kleine Helfer unterstützen uns mit ihrer Arbeit Tag und Nacht dabei. Die meisten Nützlinge, die unserem Garten Gutes tun, sehen wir nicht. Schlimmer ist jedoch, dass wir sie oft zu vertreiben versuchen, weil wir sie nicht im Garten haben wollen. Das kann jedoch ein Fehler sein, denn sie spielen nicht nur beim Ernteerfolg eine große Rolle.

Bestäubungshelfer

Etwa 80 Prozent aller Pflanzen sind auf die Insektenbestäubung angewiesen. Deshalb sollten Wildbienen, Hummeln und Co. auch aktiv gefördert werden. Erst durch ihren “Einsatz” vermehren sich Pflanzen und können Obstbäume Früchte bilden. Die Angst vor stechenden Insekten ist dabei übertrieben. Die meisten Tiere wehren sich nur, wenn sie sich bedroht fühlen.

Helfer gegen die Schädlingsinvasion

Zur Hilfsmannschaft gegen Ungeziefer gehören Grab- & Schlupfwespen. Ihre Nachkommen dezimieren fleißig Schild- und Blattläuse, Zikaden, Blattkäferlarven, Weiße Fliegen, … Raubmilben verspeisen andere Milbenarten, die Pflanzen schädigen können. Gegen die Blattlaus ziehen auch Marienkäfer und sogar Spinnen ins Gefecht. Fliegende Blattläuse verfangen sich in ihren Netzen, wenn sie ausfliegen, um neue Pflanzen zu befallen. Tatsächlich machen sie sogar mehr als die Hälfte der Spinnennahrung aus.

Futter und Winterquartier

Um Nützlingen im eigenen Garten eine Wohlfühloase zu bieten, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

  • Es bietet sich an, in versteckten Ecken Äste und Zweige zu kleinen Haufen aufzuschichten.
  • Eine Trockenmauer oder ein kleiner Steinhaufen, von der Sonne beschienen, bietet Schutz vor der Witterung und eignet sich als Eiablageplatz.
  • Im Garten sollte außerdem stets etwas blühen, da viele Nützlinge sich von Pollen und Nektar ernähren.
  • Auch auf einen allzu gründlichen Herbstputz sollte verzichtet werden. Viele Nützlinge überwintern in der Borke alter Bäume, im Herbstlaub auf dem Boden oder in Spalten und Ritzen von Wänden und Mauern.
  • Das Aufstellen eines Insektenhotels ist auch eine Möglichkeit, um viele Nützlinge in den eigenen Garten zu locken. Dort überwintern Wildbienen, Wespen, Hummeln und Florfliegen.

Übrigens: In freier Wildbahn sind sogar Ameisen sehr nützlich. Sie halten die Population vieler Schädlingsarten klein. So fressen sie beispielsweise Schneckeneier.