Ein Winterquartier fürs Stacheltier

Montag, 12. September 2016

Ein Winterquartier fürs Stacheltier

Langsam wird es Herbst und damit auch Zeit für Igel, sich ein passendes Quartier für den Winter zu suchen. Wenn Sie Ihnen etwas Gutes tun wollen, könnten Sie eine Igelbehausung im Garten bauen.

Igel sind bei ihrer Wahl des Winterquartiers nicht wählerisch, dennoch sollte eine Behausung bestimmte Kriterien erfüllen, damit die Tiere den Winter wirklich gut überstehen.

Verschiedene Schlafnester

Übers Jahr gesehen brauchen Igel drei verschiedene Arten von Schlafnestern. Da wäre zunächst der karge Sommerschlafplatz, dann ein Wurfplatz, der die Jungtiere vor dem Auskühlen und vor Feinden schützt und zu guter Letzt eben ein Winterschlafplatz. Letzterer sollte Igeln die Möglichkeit geben, einen ungestörten Winterschlaf zu halten und auch vor Kälte schützen.

Früher gab es in der Natur genug Schlafplätze für Igel. Leider hat der Mensch dafür gesorgt, dass dem nicht mehr so ist. Die Hecken werden weniger, die Gärten immer aufgeräumter, es wird schwieriger. Als Alternative kann man einen künstlich angelegten Überwinterungsplatz schaffen.

Regeln für den perfekten Platz

Der perfekte Schlafplatz für Igel ist:

  • vor Regen und Schnee optimal geschützt, damit es schön trocken ist
  • isoliert, denn auch Igel mögen keine extreme Kälte
  • geschützt gegen Feinde wie Füchse
  • groß genug
  • nicht der direkten Sonne ausgesetzt, damit der Igel nicht zu früh erwacht und dann verhungert

Hinweis: Selbst, wenn all diese Faktoren erfüllt werden, ist das keine Garantie dafür, dass auch wirklich ein Igel einzieht. Aber der nächste Winter kommt ganz sicher.

Ein Ast-Laub-Haufen - die einfachste Lösung

Um Igeln einen möglichst natürlichen Unterschlupf zu bieten, können sie einen Haufen aus Ästen und Laub aufhäufen. So etwas finden Igel auch oft in Wäldern. Am besten gehen Sie dafür wie folgt vor:

Material

Als Material brauchen Sie sechs lange Holzscheite mit einem Durchmesser von 10 cm und einem Meter Länge, mehrere kürzere Holzscheite, Laub und Tannenzweige. (Als Alternative zu den Holzscheiten kann man auch Kantholz, dicke Äste oder dünne Stämme verwenden.) Das Nestmaterial füllt der Igel selbst auf.

Lage

Der ideale Ort für diesen Unterschlupf ist ein schattiger Platz im Garten. So wird garantiert, dass der Igel nicht zu früh von der warmen Sonne geweckt wird. Im schlimmsten Fall verhungert er sonst nämlich, weil es noch keine Nahrung gibt.

Bauanleitung

  • Auf einer Grundfläche von 2 mal 2 Metern baut man nun mit den Holzscheiten eine Art Hohlraum. Legen Sie dafür zwei Scheite mit etwa 30 cm Abstand zueinander parallel auf den Boden. Dann kommen zwei weitere Scheite quer auf die beiden ersten. Dasselbe geschieht mit den letzten beiden. Die kürzeren Holzscheite verwendent man als „Dach“, indem man sie oben dicht nebeneinander schlichtet.
  • Am besten hat der Boden eine kleine Mulde, in der sich Wasser sammeln kann. Diese wird dann entweder mit einer Sand-Kies-Mischung, mit Holzschnitzeln oder mit Brettern zugedeckt.
  • Dann decket man die Konstruktion mit sehr viel Laub zu. Je mehr, desto besser. Am Ende beschwert man alles mit Ästen oder, noch besser, Tannenzweigen, damit der Wind die Blätter nicht mitnimmt.
  • Nach gut zwei Wochen ergänzt man noch einmal mit einer dicken Laubschicht.

Übrigens: Einfach nur einen Laubhaufen aufzuschütten, hilft nicht viel. Das Laub sinkt mit der Zeit zusammen, weshalb Igel nicht in die Mitte kommen und so den Haufen nicht als Winterquartier nutzen können. Man muss unbedingt darauf achten, einen Hohlraum zu schaffen. Die hier vorgeschlagene Konstruktion bietet den Vorteil, dass ein Igel von jeder Seite Zugang zum Hohlraum hat.