Mittwoch, 12. September 2012

Immergrüne Büsche und Hecken schneiden – VOR dem Winter!

Immergrüne Hecken schneidet man am besten von „A“ bis „A“ – das heißt, von April bis August  – aber ein paar Wochen lang geht’s jetzt  trotzdem noch! Erfahrungsgemäß ist es sinnvoll, die Pflanzen so spät als möglich zurück zu schneiden (aber vor dem ersten Frost!), damit sie nach dem Schnitt nicht nochmals anfangen, ordentlich auszutreiben und zu wachsen. Schließlich will man sich den Winter über an einem ästhetischen Sichtschutz bzw. Raumteiler im Garten erfreuen. Besonders wichtig ist der gepflegte Schnitt bei Auf- und Durchgängen, da man sonst ständig an die Hecke bzw. den Busch anstreift – was bei Schlechtwetter schlicht und einfach bedeutet, dass man ständig nass wird.

Thujen, Lorbeerkirschen, Liguster, Feuerdorn… Viele sind der Ansicht, ein Rückschnitt dürfe erst NACH dem Winter stattfinden. Möglicherweise muss der dann aber umso drastischer ausfallen, weil eine nasse Schneelast Zweige geknickt, ja sogar ganze Büsche gespalten hat. Außerdem gibt es immer wieder Stellen, an denen immergrüne Sträucher und Hecken im Winter die niedrig stehende Sonne verdecken und so die schönste Terrasse in kalten Schatten tauchen – es darf also geschnitten werden!

Apropos Schere: Zum richtigen Schnitt gehört das richtige Werkzeug. Es muss einen sauberen Schnitt haben, denn so heilen die Wunden besser wieder ab. Große Wunden (ab 2-Euro-Münzen Größe) sollten mit einem Wundverschlussmittel bestrichen werden (hauptsächlich bei Bäumen und Großsträuchern). Auch das Schneiden kurz vor oder bei Vollmond empfiehlt sich nicht, da Pflanzen dann leichter „ausrinnen“.

Nadelhölzer und Koniferen – abgesehen vom Entfernen abgestorbener, dürrer Zweige schneidet man am besten gar nicht zurück. Und wenn, dann öfter, aber nur wenig, weil sie aus altem Holz nicht mehr austreiben und hässliche, braune Stellen zurück bleiben. Ausnahmen bilden die Eibe und Föhrengewächse – beiden wird nachgesagt, auch radikale Formschnitte gut zu vertragen.

Für alle Koniferen gilt: Nach dem Schnitt ausreichend gießen und düngen! Vor allem nach dem Schnitt im Herbst erholt sich die Pflanze dadurch bald wieder und übersteht den Winter unbeschadet (sofern sie nach oben hin konisch zugeschnitten ist, sodass der Schnee die Pflanze nicht erdrückt).

Sonderfall Buchsbaum: Nachdem der Buchsbaumzünsler „übernommen“ hat und immer mehr Buchsbaumhecken dürr geworden sind, bleibt als letzter Hoffnungsanker ein radikaler Rückschnitt. Das hilft aber nur, wenn noch grüne Stellen im Buchsbaum erkennbar sind. Wenn ja, ist dies die letzte Überlebenschance für den Buchsbaum – jetzt schafft er es vielleicht, noch einmal kurz auszutreiben und so den nächsten Frühling zu erleben.
Die einzigen Feinde, die der Buchsbaumzünsler hat, sind übrigens die Singvögel: Wenn man es schafft, im Sommer ein Vogelbad oder sogar ein ganzjähriges Futterhäuschen für die Piepmätze nahe am ausgeschnittenen Buchsbaum zu installieren, kommt es schon vor, dass man eine Meise mit der verhassten, kleinen, hellgrüne, Raupe des Zünslers im Schnabel sieht. Und die Raupe ist sind schließlich der Zustand zwischen Ei und Schmetterling, in dem der Zünsler den Buchsbaum im Rekordtempo kahlzufressen pflegt. Das Besprühen des Buchsbaumes mit Gift muss man dann allerdings unterlassen (aber das hat sowieso noch keinem wirklich befallenen Buchsbaum geholfen)!