Dienstag, 01. April 2014

Köstliche Kartoffel selber ziehen … geht sogar auf dem Balkon!

Kartoffeln sind ein äußerst vielseitiges und gesundes Gemüse. Will man die Knollen selber ernten, ist es jetzt an der Zeit, sie in die Erde zu versenken: Entweder im fein vorbereiteten Gartenbeet. Oder im Kunststoff-Kübel auf Terrasse und Balkon. 

Bevor die Kartoffel – oder wie die Österreicher sagen: der Erdapfel – nach Europa kam, wuchs das stärkehaltige Knollengemüse bei den Inkas in Südamerika. In Peru in den Anden wird sie noch heute in bis zu 4000 Metern Höhe angebaut – dort, wo die Böden so schlecht sind, dass kein Mais mehr wächst. Man nannte sie „Papa", das heißt „Knolle". Im 16. Jahrhundert brachten sie die spanischen Schiffe von ihren Entdeckungsreisen mit.

Nach einigen Problemen mit den ersten Anbauversuchen hierzulande – man aß erst die Samen der Pflanze statt der unterirdischen Knollen, was der Gesundheit nicht sehr zuträglich war (weil Kartoffeln Nachtschattengewächse sind, ist alles, was grün ist, giftig!) – erließ Friedrich der Große 1756 den „Kartoffelbefehl": Jeder Bauer musste unter Androhung von Strafe Kartoffeln anbauen. Damit die Hungersnöte bei Getreidemissernten endlich aufhörten!

Natürlich muss man sich heute nicht mehr vor Hunger schützen, wenn man selbst Kartoffel züchtet. Es macht aber immer noch viel Freude, eine Mahlzeit aus selbstgezogenem Gemüse zuzubereiten…

Los geht’s! – Schritt eins: Pflanzkartoffel besorgen! Aber bitte vorher guten Rat (z. B. bei der Oma) einholen und nachdenken: Was will ich aus der Knolle zubereiten? Soll sie speckig für Salat oder mehlig für Püree sein? Will ich sie länger lagern oder als Frühkartoffel mit Butter verspeisen (dann sollte sie z. B. eher eine dünne glatte Schale haben, die man mitessen kann)?

Ist das geklärt, kommen die Knollen der Länge nach – mit etwa 30 Zentimetern Abstand zueinander – in die Gartenerde. Oder in einen möglichst hohen, dunkelwandigen Kunststoff-Kübel, dessen Erde sich bei Sonneneinstrahlung gut erwärmt. Dazu bohrt man mehrere Abzugslöcher in den Boden, damit Regen- und Gießwasser nicht zu Staunässe führen.
Zuunterst in den Kübel kommt eine etwa zehn Zentimeter hohe Drainageschicht aus Kies oder Blähton, darüber gibt man etwa 15 Zentimeter Blumenerde mit Sand vermischt. Darauf legt man die Pflanzkartoffel und wartet, bis die Keime ein paar Zentimeter lang sind – erst dann werden sie so mit Erde bedeckt, dass nur noch die Blattspitzen zu sehen sind.

Während man die Kartoffelpfanzen im Garten, wenn sie ca. 15 Zentimeter hoch sind, „anhäufeln“ (mit einem Hügel Erde bedecken) muss, gibt man auf die wachsende Kartoffelpflanze im Kübel einfach so lange nach und nach Erde drauf, bis der Topf voll ist. Nur so bilden sich mehrere Lagen neuer Kartoffelknollen, die etwa 100 Tage nach dem Pflanzen erntereif sind – sofern die Pflanzen nicht abfrieren. Etwas Flies hilft aber ganz gut gegen ein, zwei Minusgrade – viel Spaß beim Garteln und guten Appetit!