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Mittwoch, 12. September 2012

Nussbaum schneiden – nur jetzt im Spätsommer!

Nussbäume sind bei den Kindern sehr beliebt – aufgrund ihrer Größe und Aststruktur kann man so herrlich darauf herumklettern. Wenn der stark wachsende Baum aber zu groß wird und seine Äste schon Richtung Nachbargrundstück wuchern, bleibt trotzdem nur der Griff zur Schere, um die ausladende Krone auf ein vertretbares Maß zu kürzen (sofern der Nachbar nicht dankend den überhängenden Teil der Ernte annimmt, denn schließlich sind Walnüsse köstlich!)

Apropos Nüsse: Muss geschnitten werden, blutet einem das Herz, wenn man all die herrlichen Früchte sieht, die jetzt im September – noch nicht ganz ausgereift – in den Blättern wohnen. Aber es nutzt nichts: Wer einen Walnussbaum stutzen will, muss das jetzt im Spätsommer in Angriff nehmen. Im September. Alles andere würde den Baum massiv gefährden oder sogar töten. Denn jetzt hat sich der Saftfluss bereits verringert, sodass der Baum nicht ausbluten kann – und jetzt  haben die Wunden noch eine Chance, bis zum ersten Frost zu heilen.
Dabei gilt auf jeden Fall: Weniger ist mehr, öfter schneiden ist gut. Und: Schneidet man den Baum stark an den Seiten zurück, meint er oft, dies mit vermehrtem Höhenwachstum ausgleichen zu müssen!
Und: Achtung! Weil die Bäume so schön hoch werden, kann man beim Schneiden auch sehr tief (von der Leiter) fallen!

Muss man einen Ast im Winter abschneiden, dann zwischen Mitte Dezember und Mitte Jänner. Dann blutet der Baum ebenfalls nicht, weil kein Saft zirkuliert – es ist aber auch schon vorgekommen, dass dann im Frühling nur noch ein ausgetrockneter Aststumpf in den Himmel ragt…
Am schlimmsten für den Baum ist ein Schnitt im (frühen) Frühling, wenn der Saft in vollem Umfang aufsteigt und zu zirkulieren beginnt. Nussbäume sind extrem empfindlich: Aus den Wunden ergießen sich wahre Sturzbäche an Flüssigkeit, es tropft und rinnt monatelang aus den Baumwunden heraus, weil die Wurzel für den Blattaustrieb einen hohen Druck erzeugt. Der sich auch nicht bzw. nur sehr schwer stoppen lässt! Baumwachs kann auf dem nassen Untergrund der Wunde nur schlecht haften und beim Ausbrennen macht man nur noch mehr kaputt.

Tipps rund um den Nussbaum:

Wohin mit dem Herbstlaub?
Ab in den Kompost natürlich – oder? Da gehen die Meinungen stark auseinander: Die Argumente derer, die gegen das Einbringen von Walnussblättern in den Kompost sind, besagen, dass die Blätter chemische Stoffe ausscheiden, die das Wachsen anderer Pflanzen hemmen oder sogar verhindern. Außerdem seien sie aufgrund eines hohen Gerbsäureanteils nur sehr schwer verrottbar.
Befürworter des Walnussblätter-Kompostierens dagegen streuen einfach ein wenig Kalk auf die sauren Blätter, häckseln sie womöglich auch und mischen sie mit anderem Material durch.
Aber, Meinung hin oder her: Gibt es eine Geschichte von einem Nussbaum, der an seinem eigenen, abgeworfenen Laub zugrunde gegangen wäre? — Diese Möglichkeit existiert also auch noch: einfach liegen lassen. Viele kleine Lebewesen freuen sich sogar darüber, dass die Walnussblätter nicht sofort verrotten und so einen behaglichen Unterschlupf im Winter bieten!

Einen Nussbaum kann man auch selber züchten…

Im Grunde genommen kann man aus jeder gesunden Frucht einen großen Nussbaum züchten. Man nehme ein paar Nüsse und stecke sie erst in einen Plastik-Blumentopf (mit Löchern unten) und dann in die Erde (das ist wegen der Mäuse, die Nüsse in der Erde zum Fressen gern haben!). Und dann heißt es warten: Meist sprießt bereits im nächsten Frühling das erste Blatt aus der Erde heraus – und ab dem 10. bis 15. Jahr kann man schon die eine oder andere Nuss am Baum bewundern. Sofern der Nussbaum nicht ganz alleine auf weiter Flur steht – einen Befruchtungsbaum in der Nähe braucht er schon, sonst haben die Bienen keine Chance!

Gesunde Nüsse:
Walnüsse verfügen über den höchsten Gehalt an Linolensäure (einer für das Herz gesunden Omega-3-Fettsäure) unter allen Nussfrüchten, enthalten viel Vitamin E, Zink, Kalium sowie Magnesium, Phosphor, Schwefel, Eisen, Calcium, Vitamin A sowie B1, B2, B3 und C. Allerdings ist auch die Kalorienmenge einer Nuss nicht zu unterschätzen, immerhin enthalten 25 g bereits knapp 120 kcal!