Montag, 24. November 2014

Pokern mit dem Frost – Glücksspiel im November

In der Früh wird als erstes auf das Außenthermometer geguckt, abends der Wetterbericht konzentriert verfolgt und auf eine weitere frostfreie Nacht gehofft: Es sind noch Pflanzen im Freien, um ihnen den Aufenthalt im Winterquartier so lange wie möglich zu ersparen! Oft geht der Poker mit dem Frost bis tief in den Dezember hinein gut … oder man hat einen Kollateralschaden zu beklagen! 

Klingt drastischer, als es meistens ist: Engelstrompete und Bougainvillea erliegen dem tödlichen Kältestress schnell und wurden ohnehin bereits übersiedelt. Nur Olive, Feige, Lorbeer, Dattelbaum sowie der noch widerstandsfähigere Zitrusbaum und der robuste Oleander harren noch draußen aus. Das sollen sie auch möglichst lange – bis zu fünf Minusgrade halten diese Kübelpflanzen nämlich locker aus (einige vertragen kurzfristig sogar noch viel mehr!). Das tut ihnen sogar besser, als sich im überfüllten und düsteren Winterquartier in der viel zu trockenen Luft mit Schädlingen anzustecken.

Wichtig ist dabei, dass die Kübelpflanzen nicht austrocknen und eventuell die Wurzelballen mit Vlies geschützt sind. Außerdem wurden sie an geschützte Stellen an der Hauswand gestellt.

Die Balkonblumen dagegen haben bei Temperaturen unter null Grad Celsius keine Überlebenschance, auch nur ein bisschen Frost macht Pelargonien, Aztekengold und Petunien garantiert den Garaus. Das Wandelröschen dagegen verträgt ein paar Nächte unter dem Gefrierpunkt, auch die im Herbst gepflanzten Stiefmütterchen zeigen sich von ein paar Minusgraden unbeeindruckt und blühen munter weiter. Was ihnen allen zusammen aber sicher schadet, ist Regen – zu viel Nässe UND Kälte lässt die meisten Pflanzen alt aussehen. Deshalb wurden die Kübelpflanzen auch an die Hauswand gestellt, wo sie vom Überdach vor „himmlischen Fluten“ geschützt sind.

Hält dann aber der Winter richtig Einzug ins Land und lässt mit kaltem Atem alles erstarren, müssen auch die letzten nicht frostharten Pflanzen ins Winterquertier. Hat der Reif morgens das Land mit minus fünf Grad mit silberweißem Reif überzogen, ist die Sommerfrische endgültig vorbei. Jetzt noch weiter zu pokern, wäre fahrlässig, die Chancen für die Pflanzen im Glücksspiel stünden allzu schlecht. Ihr Preis wäre ihr Leben – und dieser Einsatz wäre bei winterlichen Wettervorhersagen dann doch zu hoch!