Präventiver Pflanzenschutz

Montag, 22. Juni 2015

Präventiver Pflanzenschutz

Chemische Pflanzenschutzmittel sind effektiv - keine Frage. Sie vertreiben aber nicht nur Schädlinge, sie schaden auch Nützlingen und belasten die Umwelt. Dabei gibt es auch andere Arten von Pflanzenschutz, die vollkommen ohne Chemie auskommen. Diese reichen von Fragen der Aufstellung der Pflanzen bis hin zu technischen Maßnahmen. Zudem umfasst präventiver Pflanzenschutz ja auch den Schutz vor rauem Wetter und Frost.

Hat man Schädlinge im Garten, befallen diese zuerst immer die schwächsten Pflanzen. So gesehen, können Schädlinge als Hinweis auf schwache Pflanzen betrachtet werden, die einen ungünstigen Standort haben oder unsachgemäß gepflegt wurden. Vielleicht ist es auch ein Hinweis darauf, dass die Qualität des Saatguts unzureichend war.

  • Präventiver Pflanzenschutz beginnt schon bei der Auswahl des richtigen Standorts, an dem das richtige Saatgut zur richtigen Zeit gepflanzt werden sollte.
  • Die optimale Düngung unterstützt die Pflanzen und stärkt sie. Organische Dünger können eine konstante Düngung gewährleisten, ohne, dass es zu einer Überdüngung kommt. Gründüngung bietet Platz für Nützlinge. Eine Mulchschicht trägt dazu bei, den Boden zu schützen. Damit kann auch Unkraut reduziert werden, die Schicht darf aber nicht zu dick sein, sonst wird die Luftzirkulation gestört. Außerdem schützt Mulch den Boden vor Austrocknung, was sowohl Pflanzen als auch Nützlingen zugute kommt.
  • Zu guter Letzt sollte man auf Mischkulturen und Fruchtwechsel setzen. Im Vergleich mit Monokulturen sorgen Mischkulturen dafür, dass die Nahrungssuche für Schädlinge erschwert und der Konkurrenzdruck der Pflanzen untereinander verringert wird.

Mit technischen und baulichen Maßnahmen kann man präventiv zum Pflanzenschutz beitragen. Dabei gibt es viele verschiedene Möglichkeiten.

  • Abdeckungen und Hüllen schützen einzelne Pflanzen oder Stauden gleichzeitig vor mehreren Dingen. Sie halten Schnecken ab, können Fäulnis verhindern und die Auswirkungen von extremem Wetter abmildern. Zudem ermöglichen sie ein früheres Auspflanzen.
  • Gegen zu niedrige Temperaturen oder gar Frost können Netztunnel helfen. Diese bestehen aus Materialien, die optimal Wärme speichern und diese teilweise sogar selbst erzeugen. Gleichzeitig werden Sonnenlicht und Wasser durchgelassen. Außerdem können der Schädlingszuflug und die Eiablage verhindert werden.
  • Pflanzglocken erfüllen eine ähnliche Funktion. Sie speichern Wärme und eignen sich sehr gut beim Umpflanzen von jungen Sämlingen, weil sie das Wachstum unterstützen. Auch zur Überwinterung und beim Anbau von Wintersalaten können sie eingesetzt werden.

Zum Schluss noch ein kleiner Hausmitteltipp, um Pflanzen zu kräftigen und zu schützen:

Eierschalen sind ein wunderbarer Dünger. Geben sie dazu zerstoßene oder gemahlene Eierschalen direkt auf die Erde. Sie können auch einen Sud aus Eierschalen herstellen: Legen sie zerstoßene Eierschalen in einen alten Topf mit Wasser und lassen sie ihn gut verschlossen drei Wochen lang stehen. Mit dem Sud kann man Pflanzen ein Mal pro Woche düngen. Geben Sie den Sud dazu direkt auf die Erde, nicht auf die Blätter.