Mittwoch, 22. Mai 2013

Tomatenpflanzen im Garten – hoffentlich bleiben sie heuer gesund!

Allerorts wachsen sie nun aus dem Gartenboden: Die Tomatenpflanzen (österr.: Paradeiser) unter einem eigens für sie errichteten, an drei Seiten schützenden kleinen Dach. Der Sinn dahinter: Der eigene Anbau möge möglichst alle Wetterkapriolen gesund überstehen und reichlich Ernte bringen. Was gilt es sonst noch zu beachten, dass die Pflanze fleißig Früchte trägt?

Ein alter Tipp unter Gärntner/innen lautet: Tomaten wachsen ungern zweimal hintereinander am selben Platz. Und: Sie mögen keine Kartoffel oder Erbsen in ihrer Nähe, brauchen nach allen Seiten hin mindestens einen halben Meter Abstand voneinander, viel Sonne, genug Durchlüftung, Düngung und Feuchtigkeit. Letztere aber bitte möglichst nur bei den Wurzeln. Längere Nässe am Blattwerk begünstigt die Anfälligkeit gegen die gefürchtete Pilzkrankheit Kraut- und Braunfäule. Im Klartext heißt das: Vorsichtig gießen, damit das Kraut trocken bleibt. Und: Den Boden mulchen, damit die Regenspritzer nicht zu massiv von unten her an die Pflanze gelangen können.

Tomaten brauchen neben viel Wasser (am besten morgens gießen!) aber auch viel Pflege: Die Pflanzen müssen (sturm-)stabil aufgebunden und laufend „ausgegeizt“ werden: Um einige wenige Triebe mit praller Energie zu versorgen, werden zusätzliche Seitentriebe, die in der Blattachse wachsen,  regelmäßig abgeknipst. Auch die untersten, den nassen Boden berührenden Blätter können entfernt werden, um Pilzbefall zu verhindern.

Aber bevor es soweit ist, geht es erst einmal ans „Pflanzen der Pflanzen“: Dafür dürfen natürlich nur kräftige, gesunde Setzlinge verwendet werden – und die kommen ziemlich tief in die Erde hinein. Fünf Zentimeter Erde oberhalb des Ballens dürfen es schon sein, denn nur so können sich zusätzliche Wurzeln an der Stängelbasis entwickeln und damit mehr Wasser aufnehmen.

Dann: Tomaten lieben Kompost, Mineraldünger und Brennessel-Jauche. Wie viel davon, hängt vom Boden ab: Während die Tomaten in Lehm- oder Tonböden etwa eine oder zwei Düngegaben pro Woche brauchen, ist es auf den durchlässigen Sandböden nötig, drei- bis viermal die Woche zu düngen. Fehlen den Tomaten die Nähstoffe, wachsen sie einfach nicht mehr oder nur noch urlangsam weiter. Und werden ein paar Blätter gelb oder braun – sofort entfernen. Dann kann sich die Fäule noch ein wenig hinauszögern.

Sind jedoch einmal die Stängel von der Kraut- und Braunfäule befallen, dauert es leider nicht mehr lange, bis auch die Früchte braun werden. Dann kann man nur noch die äußerlich noch gut aussehenden Tomaten abnehmen, damit sie auf dem Fensterbrett nachreifen können.

Die zwei gängigsten Tomatenkrankheiten:

  • Kraut und Braunfäule: Blätter und Stängel werden gelb-braun, auch unreife Früchte. Reife springen auf und verfaulen. Dagegen hilft: Pflanzen vor Nässe schützen und für gute Durchlüftung durch Abstand sorgen.
  • Umfaller Krankheit: Betrifft vor allem Jungpflanzen – ihre Stängel welken und sie fallen um. Dagegen hilft: Gesunde Setzlinge kaufen, selbst gezüchtete Setzlinge keiner Staunässe aussetzen und nicht zu dicht halten.
  • Nährstoff-Mangel oder –Überschuss führt ebenfalls zu Krankheitssymptomen, zu viel Dünger begünstigt Schädlingsbefall.