Donnerstag, 20. März 2014

Vielfalt statt Einfalt – mehr Sortenreichtum im Gemüsegarten!

Tomaten müssen nicht immer rund oder rot sein, Chili gibt es in unzähligen Variationen und Schärfegraden und auch bei Kartoffeln kann man heutzutage wieder aus unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen, Farben und Formen wählen. Vielfalt statt Einfalt heißt die Devise in immer mehr Gärten. Der Grund: Viele (alte) Sorten schmecken einfach viel köstlicher! 

Salatgurken sind schon länger nicht mehr kerzengerade und wässrig – sie schmecken intensiv nach Gurke. Kürbisse schillern in allen Farben und Formen, Erbsen und Bohnen ranken sich auch in Balkontöpfen ungenormt munter in die Höhe, Paprika leuchten in allen Farben… Multikulti im Gartenbeet sorgt für ausgereifte Frische und intensiven Geschmack. Was ist da passiert?

Abgesehen von politischem Engagement (EU-Saatgutverordung und Co) boomen auch die so genannten Bauerngärten wie schon lange nicht mehr, denn Chaos tut jedem Garten gut. Blumen, Kräuter und Gemüse ergänzen und unterstützen einander beim Wachsen. Monokultur und geometrische Ordnung sind ihre Sache nicht. Es bringt viele Vorteile, wenn man Verschiedenstes und alte Sorten neben- und miteinander wachsen lässt. Damit wird nicht nur möglichen Schädlingen das Leben schwerer gemacht, auch die Nährstoffe aus dem Boden werden besser genutzt.

Immer mehr Menschen entwickeln auch ein gesundes Misstrauen gegenüber Hybridpflanzen, deren Samen nicht mehr (gut) keimen können. Sie wollen Nutzpflanzen, wie sie schon seit Jahrhunderten gedeihen, und das Saatgut weiterhin von den Elternpflanzen nehmen. Dabei wurde das Saatgut stets von den Pflanzen mit den besten Eigenschaften genommen. Die Nachkommen dieser Sorten ähneln sich und ihren Elternpflanzen, sie sind aber nicht wie Klone oder Hybride völlig einheitlich. In ihrem genetischen Rucksack schlummern immer noch genügend Möglichkeiten, um sich an veränderte Lebens- und Klimabedingungen anzupassen. Auch das gibt den Menschen anno 2014 immer mehr zu denken – und sie greifen zu alten Sorten. Vielfalt statt Einfalt im Gemüsegarten hat also viele Vorteile!