Freitag, 09. November 2012

Wühlmausalarm bei den Frühlingsblumenknollen!

Hier soll im nächsten Frühling ein Krokusfeld in Weiß, Gelb und Violett erblühen, dort werden Schneeglöckchen im Februar ihre Köpfe aus der fast noch gefrorenen Erde strecken, entlang der Einfahrt sind Narzissen, Tulpen und Hyazinthen geplant (weil die riechen so köstlich, wenn man daran vorbei geht!)… Aber oh – sobald man die erste Knolle vergraben will, trifft die Schaufel auf ein ausgeprägtes Gangsystem: Hilfe, Wühlmausalarm!

Kaum jemand denkt daran, dass Wühlmäuse auch im Winter aktiv sind: Diese Nager, auch Schermäuse genannt, machen keinen Winterschlaf. Da der Boden unter dem Schnee meist nicht gefroren ist, können Wühlmäuse das ganze Jahr lang ungestört Gänge graben – und beim Buddeln die eine oder andere Frühlingsblumenknolle als Speiseangebot betrachten und verschmausen. Dann war der ganze Aufwand für die geplante Frühlings-Blütenpracht umsonst.

Maßnahmen zum Vertreiben der Tiere mit Hilfe von Schallwellen, Schwingungen, Infra- und Ultraschallwellen sowie ähnlicher Mechanismen haben sich in Versuchen als nicht sehr wirksam erwiesen. Auch das Eingraben von Glasscherben ist sinnlos. Gift beinhaltet das Risiko, dass ein natürlicher Feind wie Fuchs, Schlange, Eule, aber auch die Hauskatze oder der Hund die bereits vergiftete, aber noch lebendige Maus frisst und daran selbst zugrunde geht…

Sinnvoll dagegen ist der Einsatz von Fallen: Dabei werden im Fachhandel erhältliche Lebendfallen direkt vor den aufgegrabenen Gang gestellt, mit Erde bedeckt und mit frischem Köder belegt: Da diese pelzigen Vierbeiner Vegetarier sind, funktionieren Speck und Käse nicht, Karotten, Sellerie oder auch eine Tulpenknolle haben dagegen schon manch eine Wühlmaus in den Fallenkasten befördert.
Ob ein Gang frequentiert wird oder alt und unbewohnt ist, merkt man übrigens daran, dass er – einmal offen gelegt – von der Wühlmaus sehr bald wieder zugeschoben wird.

Wühlmäuse sind aber auch stark geruchsempfindlich, manche Pflanzen und deren unmittelbare Umgebung scheinen sie zu meiden, weil sie für Mausnasen furchtbar stinken. Dazu gehört auch die Kaiserkrone. Es kann helfen, die anscheinend besonders schmackhaften Tulpenknollen mit viel Kaiserkrone durchzumischen – eine Erfolgsgarantie für den Erhalt der Tulpenknollen gibt es dabei aber nicht!
Narzissen werden von Wühlmäusen übrigens so gut wie nie verspeist, da sie verschiedene Alkaloide enthalten, die für die meisten Säuger giftig sind.

Neben dem Fluten der Gänge mit ranziger Buttermilch (das hilft IMMER!) oder dem Ablegen von stinkenden Fischköpfen, kann man es aber auch mit Holunder-, Wacholder- und Thujazweigen oder Walnussblättern versuchen. Wasser allein reicht nicht, da Wühlmäuse gute Schwimmer sind.
Helfen sollen auch Hunde-, Katzen- oder Menschenhaare, mit denen die Blumenknollen eingewickelt werden (fragen Sie doch einmal beim örtlichen Friseur danach). Oder das Vergraben der Blumenknollen in einem kleinen Drahtkäfig (für Plastikbecher haben die Wühlmäuse zu scharfe Zähne).