Zitruspflanzen - schön, köstlich, heikel beim Überwintern

Dienstag, 15. November 2016

Zitruspflanzen - schön, köstlich, heikel beim Überwintern

Zitruspflanzen sind heikel, wenn es ums Überwintern geht. Passt man nicht auf, sind schnell alle Blätter verschwunden. Hier sind unsere Tipps, um gut durch den Winter zu kommen.

Wann hole ich die Pflanze herein?

Generell gilt, dass man es nicht übereilen sollte. Lassen Sie die Pflanze so lange wie möglich im Freien. Das härtet die Pflanzen ab und beugt auch etwaigen Schädlingen vor. Erst, wenn sich die Lufttemperatur dem Nullpunkt nähert, sollten Sie die Pflanze ins Winterquartier bringen.

Welches Winterquartier sollte ich wählen?

Das kommt darauf an, was Sie zur Verfügung haben. Optimal wäre ein beheiztes Gewächshaus. Grundsätzlich haben sich aber zwei Strategien beim Überwintern von Zitruspflanzen bewährt. Entweder sehr hell und warm oder dunkler und kühl, wobei täglich gelüftet werden sollte.

Bei warmer Überwinterung (mindesten 10 bis 15 Grad, bei sehr viel Licht auch bis zu 20 Grad) wächst die Pflanze einfach weiter.

Bei Überwinterung an einem verhältnismäßig „dunklen“, kühlen Standort (5 bis 10 Grad) ist ausreichende Belüftung sehr wichtig. Geeignet sind Garagen, Fenster in unbeheizten Räumen, Gartenhäuser mit Lichteinfall. Dunkel bedeutet allerdings nicht, dass die Pflanze gar kein Licht bekommt. Zitruspflanzen sind auch in der Winterruhe darauf angewiesen. Zur Not können sie eine künstliche Lichtquelle verwenden, sonst vergeilen die Triebe.

Warum verliert die Pflanze ihre Blätter?

Zitruspflanzen werfen ihr Blätterkleid ab, sobald ihnen etwas nicht passt. Manchmal liegt es an zu häufigem Gießen. Meist liegt es aber am Temperaturunterschied zwischen Wurzeln und Laubwerk bzw. dem falschen Verhältnis von Licht und Temperatur.

Je kälter die Pflanze überwintert, desto dunkler muss! es sein. Umgekehrt gilt das gleiche: je heller, desto wärmer. Bekommt die Pflanze viel Licht, starten die Blätter die Photosynthese. Die Wurzelballen sind aber, wenn es kühl ist, in Winterruhe.

Ist der Raum also sehr warm und ist es sehr hell, erwärmt sich die Pflanze auf diese Temperatur. Am Boden ist es aber kühler. Dadurch haben die Wurzeln einige Grad weniger. Die kalten Wurzeln arbeiten langsamer als das warme Laub, die Pflanze bekommt Stress, weil der gestiegene Wasserbedarf der Blätter von den Wurzeln nicht gedeckt wird, und wirft als Folge ihre Blätter davon. Auch der umgekehrte Fall kann eintreten: Steht der Topf auf einer Fußbodenheizung, sind die Wurzeln aktiver als das Laub.

Abhilfe schafft ein Pflanzenroller, der den Topf vom Boden abhebt, oder eine isolierende Dämmschicht (z. B. eine Styroporplatte).

Wie oft sollte ich gießen?

Zitruspflanzen brauchen im Winterquartier nur wenig Wasser. Als Faustregel gilt: Ist die Erde im oberen Drittel des Topfes trocken, sollte man gießen. Seien Sie vorsichtig. Bei zu viel Nässe sterben die Wurzeln ab. Am besten gießen Sie mit kalkarmen Wasser, das Zimmertemperatur hat.

Muss ich im Winter düngen oder schneiden?

Die Pflanzen benötigen während der Winterruhe kaum Dünger. Selbst, wenn die Pflanzen an einem hellen, warmen Ort überwintern, wo sie weiterwachsen, muss man sie nicht düngen. Wichtig ist hingegen, dass Sie regelmäßig auf Schimmelbefall kontrollieren und oft lüften.

Ein Zurückscheiden der Pflanze ist im Winter nicht notwendig. Sollte die Pflanze vergeilte Triebe haben, schneiden Sie diese im Frühjahr komplett ab.