Donnerstag, 07. November 2013

Die Eibe – mythenreicher Nadelbaum in unserem Garten

„Vor Eiben kein Zauber kann bleiben“, erzählte man sich und pflanzte die immergrünen Bäume und Sträucher als Schutz vor Hexen und bösen Geistern rund um Haus und Garten. Die langlebigen Gewächse, die über 1000 Jahre alt werden können, tragen zur Zeit wieder ein schmuckes Kleid aus herrlich roten Beeren – aber Achtung, die Samen darin sind hochgiftig!

Und nicht nur die – auch die Nadeln und das Holz sind für den Menschen absolut ungenießbar. Wer kleine Kinder hat, sollte demnach von einer Pflanzung Abstand nehmen (andererseits sind auch Efeu oder Fuchsien giftig…!). Für fast alle unsere Vögel sind die fleischigen Beeren dagegen ein wahrer Segen. Amseln, Fasane, alle Meisen- und Finkenarten, Rotkehlchen, Kernbeißer, Kleiber, Specht, Eichelhäher… haben die Früchtchen zum Fressen gern (und Nistplätze finden sie in den dichten Bäumen auch zuhauf). Selbst Eichhörnchen, Siebenschläfer, Hasen oder Rehe verzehren nicht nur die Beeren mit Genuss. Wer einen Garten am Waldrand hat, weiß das.

Für den Garten ist die Eibe (Taxus baccata) insofern besonders geeignet, als sie sich wunderbar in Form bringen lässt und – ohne beleidigt zu sein – auch bei rigorosen Schnitten sicher wieder austreibt. Weil sie außerdem schön blickdicht wächst, wird sie vielfach als Hecke eingesetzt. Nur Staunässe verträgt sie nicht, ansonsten ist ihr der Standort egal: Sonne,Schatten… sie wächst überall. Aber sehr langsam.

Gepflanzt wird sie am besten während der Winterruhe an frostfreien Tagen. Als immergrünes Gewächs brauchen vor allem frisch eingesetzte Eiben auch in der kalten Jahreszeit genügend Wasser, um nicht auszutrocknen. Dünger dagegen ist für die genügsame Pflanze nicht nötig, im Gegenteil: Düngt man schon im ersten Jahr, sagt sich die Eibe: warum, zum Donnerwetter, soll ich tiefe Wurzeln bilden, wenn alles Gute kommt von oben! Verwöhnt man seine Hecke jedoch nicht, strengen sich die Gehölze an, um selbst in der Tiefe an Wasser und ringsum an Nahrung zu kommen. Das Ergebnis sind standfeste, robuste Hecken – und das ohne klebriges Harz!

Den Kelten war der nur auf der Nordhalbkugel der Erde wachsende Baum als Sinnbild urwüchsiger, trutziger Kraft heilig. Wie Lord Voldemort in den Harry Potter-Abenteuern fertigten sie ihre Zauberstäbe aus Eibenholz. Auch Amulette gab es daraus – zum Geistervertreiben. Die Ägypter bauten Särge aus dem Holz, den Germanen signalisierten Eiben Tod, ewiges Leben und Wiedergeburt. Und heute noch ist sie auf unseren Friedhöfen stark vertreten. 

Pfeile mit Eibengift wurden seit jeher verwendet und angeblich trug auch „Ötzi", der vor 3000 Jahren in den Alpen verunglückte, einen Pfeil aus Eibenholz bei sich. Das Holz ist nämlich so schön hart und trotzdem elastisch… Deshalb ist die Eibe in „freier Wildbahn“ leider auch vom Aussterben bedroht und gehört zu Europas geschützten Pflanzenarten – in Österreich ist sie auch Baum des Jahres 2013.

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