Dienstag, 19. Februar 2013

So bleiben Schnittblumen länger frisch

Selbst bei anfangs perfekter Qualität sind die Tage von Schnittblumen gezählt: Nach und nach schütteln sie ihre Blütenblätter ab, werden unansehnlich und verwelken. Wir haben uns umgehört und folgende Tipps gesammelt, die eine längere Lebensdauer unseres Blumenstraußes gewährleisten können:

Erstens: Blumen müssen Wasser aufnehmen können – dazu brauchen sie eine möglichst große Fläche, die noch nicht verklebt und verholzt ist. Also: Die Stängel jeden Tag neu – und zwar schräg! – anschneiden. Hilft garantiert. Scheren sind dafür weniger gut geeignet als ein scharfes Messer (Scheren „quetschen“). Angeschnittene Stängel müssen dann aber sofort ins Wasser, sonst kommt zu viel Luft an die Schnittfläche. Profis schneiden die Blumen übrigens meist direkt unter Wasser an.
Manchen Blumen (z.B. Rosen, Sonnenblumen) tut es aber auch gut, wenn ihre Stielenden nach dem Anschneiden kurz in heißes Wasser getaucht werden.

Zweitens: Frischhaltemittel ins Wasser gießen! Das braucht man auch nicht wie das Wasser nach zu füllen, es behält seine Wirkung (enthält meist Zitronensäure und Aluminiumsulfat, oft auch Zucker – und hemmt die Bildung von Bakterien und Pilzen. Achtung: Tulpen mögen das Mittel angeblich nicht!). Und: Die Blätter von den Stängeln entfernen, sodass sie im – nicht zu hoch stehenden – Wasser nicht sofort faulen. Außerdem mögen die meisten Blumen kein kaltes Wasser, außer Frühlingsblumen wie Tulpen und Narzissen, die blühen im kalten Nass so richtig auf.

Drittens: Aufpassen, welche Blumen man zu einem Strauß mischt. Vor allem Narzissen, aber auch Hyazinthen sind schwierige Gesellen, weil sie einen giftigen Schleim absondern. Am besten, man mischt sie überhaupt nicht oder stellt sie einen Tag lang allein ins Wasser, bis sie ein wenig „ausgeronnen“ sind.

Viertens: Blumen und Obst vertragen sich nicht – Äpfel, Birnen, Kiwis und Co in der Nachbarschaft sondern das Gas Ethylen ab und lassen Blumen schneller welken.

Fünftens: Vorsicht auch mit Zucker im Wasser: Er nährt zwar die Pflanze, aber auch Mikroorganismen. Besser: Mit Essig mischen. Was den Tropfen Spülmittel im Blumenwasser betrifft, scheiden sich die Geister: Während die einen meinen, es verhindere wie das Frischhaltemittel die Bildung von Bakterien und Pilzen und senke die Oberflächenspannung des Wassers, sodass die Pflanze es leichter aufnehmen kann –  sind andere der Überzeugung, es vergifte die Blumen schlichtweg.
Auch ein einfaches Centstück kann durch das darin enthaltene Kupfer helfen, das Bakterienwachstum im Wasser zuverzögern.

Sechstens: Kommen Blumen aus winterlichen Temperaturen ins Warme, sollte die Folie erst nach einer halben Stunde entfernt werden. So haben die Blumen Zeit, sich an die warme Zimmerluft zu gewöhnen. Überhaupt gilt: Zu Warm oder auch zu zugig mögen Blumen nicht!

Siebentens: Nur Rosen wollen wirklich viel Wasser, allen anderen blühenden Kollegen reicht es, wenn ihre Füße im lebensnotwendigen Nass stehen.

Achtens: Wenn der Strauß trotz aller Maßnahmen dann doch welkt, kann man ihm mit einem kleinen Trick ein bisschen mehr Frische geben. Um den kraftlosen Strauß wieder aufzupimpen, taucht man ihn einfach komplett in ein Wasserbad. Das Wasser sollte ungefähr handwarm sein. Somit erstrahlen die Blätter und Blüten noch einmal in frischer Kraft. Zumindest für kurze Zeit…