Mittwoch, 14. August 2013

Tischlein deck dich – mehr Blumen für die Bienen!

Weite Teile Mitteleuropas stöhnen unter der Trockenheit – Leidtragende sind u. a. die Bienen, die in der freien Natur fast keine Blumen mehr vorfinden. Ohne Nektar für sich selbst und Pollen für die Brut (im Sommer werden die langlebigen Winterbienen aufgezogen, die das Überleben des Volkes in der kalten Jahreszeit sicherstellen!) leiden ganze Bienenstöcke Hunger, auch die Honigproduktion wird eingestellt. Was kann man als Gärtner/in oder auf Balkonien tun, um den Speiseplan der Sumsis in dieser schweren Spätsommerzeit zu bereichern?

Auch als Balkonbesitzer hat man die Chance, den Tisch für die Bienen zu decken:  Geranien und Fuchsien z. B. sind für die Insekten wertlos. Auch gefüllte Begonien produzieren – wie die meisten hochgezüchteten Balkonblumen – keine Pollen mehr. Ein paar Kisten voller Kräuter dagegen tun nicht nur der Küche, sondern auch den Honigsammlern gut: Thymian, Lavendel, Bohnenkraut, Salbei, Basilikum, Dost, Zitronenmelisse, Pfefferminze, Lavendel, Schnittlauch... eignen sich perfekt fürs Bienenessen – vorausgesetzt, man lässt die Pflanzen blühen. 

Auch Kletterpflanzen wie die italienische Waldrebe, Wickenarten oder die Kapuzinerkresse sind bei Bienen beliebt, detto Topfdahlien, Vanilleblumen, Portulakröschen oder Phacelia. Etwas größer im Wuchs und damit anspruchsvoller im Platzbedarf ist Große Fetthenne, die sehr spät blüht. Auch das Große Löwenmaul, Königskerzen, Weidenröschen, Schöllkraut, echter Erdrauch, Heidekraut, Johanniskraut, Weiderichgewächse, Goldrute, Sonnenhut, die Herbstaster, Malven oder Rittersporn locken bis in den späten August/September hinein mit nektar- und pollenreichen Blüten.

Ist der Garten größer, muss ein Sommerflieder hinein: Die Hauptblüte dieses Schmetterlingsbusches, der bei den Bienen überaus beliebt ist, findet zwar im Juli statt – viele Blüten öffnen sich aber auch erst im August und September. Dazu kommt ein Tausendblütenstrauch, auch Bienenbaum genannt – er produziert bis in den September hinein zahlreiche grünlichweiße Blüten und damit viel Nektar (auch Pollen), duftet angenehm aromatisch und ist ein wahrer Bienenmagnet. Und natürlich darf der Gartenhibiskus nicht fehlen…

Natürlich denkt man auch an bienenfreundliche Hecken: Wenn es darum geht, die Hecke dicht abzuschließen, ohne dass ständig jemand durchguckt, eignet sich die schöne Blutberberitze – wie beim stacheligen Weißdorn sind Bienen bis in den September hinein gern gesehene Gäste in den Blütenkelchen.

Damit die Bienen die bereit gestellten Garten- und Balkonblüten auch optimal annehmen können, müssen immer mehrere Pflanzen von einer Sorte bereit stehen. Der Hintergrund: Haben Bienen eine Futterquelle gefunden, berichten sie ihren Kolleginnen im Bienenstock davon. Ist nur eine einzelne Pflanze von einer Sorte vorhanden, finden die folgenden Bienen nichts mehr vor. Im Gegensatz zu Hummeln, die brummend von einer Blumensorte zur nächsten schwirren, sind Bienen mehr auf jeweils eine Blütensorte konzentriert. Ein großer Sommerfliederbusch z. B. ist da wirklich optimal!