Montag, 14. April 2014

Wir bauen eine Kräuterspirale!

Wo ist der sonnigste, ein paar Quadratmeter große Platz im Garten, der gleichzeitig möglichst nah an der Küche liegt? – Gefunden? Gut, hier bauen wir unsere Kräuterspirale hin! Damit bekommen alle Kräuter ihren perfekten Wohnsitz zum Wachsen und Gedeihen: Kinder, heuer schöpfen wir beim Kochen aus dem Vollen, wird das köstlich!

Und los geht’s! Wir brauchen kleine Pflöcke und eine Schnur, Schaufel und Spaten, Erde, Schotter, Sand und Kompost sowie Steine (Ziegelsteine, Natursteine etc.) und einen kleinen Fertigteich (oder einfach nur eine Teichfolie).

Als Schritt Nummer eins stecken wir eine Spirale mit Pflöcken und Schnüren ab, wobei die kreisrunde Öffnung des schneckenhausähnlichen Gebildes nach Süden weist (dort kommt der Teich für die wasser- und wärmeliebenden Kräuter hin). Dann heben wir genau diese Spirallinie etwa zehn Zentimeter tief aus (beim Teich ca. 40 cm) und füllen alles mit grobem Schotter auf. Das dient als Fundament für die Steinmauer und sorgt dafür, dass es später keine Staunässe gibt.

Nun wird die erste Reihe Steine auf den Schotter gelegt. Am besten, man baut die Mauer ohne Mörtel und stopft die Zwischenräume mit Erde voll. Darüber freut sich nicht nur der Thymian, auch die eine oder andere Eidechse macht vielleicht eine Mauerspalte zu ihrer Sommerwohnung…

Als nächstes füllen wir die Fläche zwischen den Steinen mit grobem Kies auf – in der Mitte schön dick, zum Teich hin lauft der Kies langsam aus. Nun kommt der runde Kräuterspiralen-Turm im Zentrum dran: Er wird mit den Steinen bis zu einem Meter hoch gebaut und mit Erde und Sand angefüllt. Bis zum Teich hin wird die Erde dann immer fruchtbarer und schließlich auch mit Kompost vermischt.

Bleibt der Teich selbst: Wir entscheiden uns fürs Selberbauen, geben zehn Zentimeter Sand in die Grube, legen die Folie darauf und beschweren sie rundherum mit Steinen. Wasser marsch – und fertig! Fehlen nur noch die Bewohner selbst, die Kräuter.

Ein paar Regengüsse später – die Erde hat sich gesetzt – treffen die ersten Pflanzen ein: Schnittlauch kann gesät oder gepflanzt werden und freut sich über den Teich als nächsten Nachbarn: Er mag es wie die Brunnenkresse feucht und warm. Als Gefährten bekommt er Dill, Minze und Estragon. Auch Liebstöckl passt gut hierhin (er zeigt schnell, wo es ihm gefällt – entweder er wuchert und wird urgroß – oder er geht bald ein).

Dort, wo hinter dem Turm Halbschatten ist, setzen wir Bohnenkraut und Petersilie hin. Auch die Kapuzzinerkresse findet hier ihren Platz. In den Turm selbst kommen hinten Rosmarin und Salbei, weil sie höher werden. Und vorne stehen Majoran, Thymian  und Basilikum – letzteres aber in einem halb eingegrabenen Tontopf (Gießen nicht vergessen!).

So eine Kräuterspirale ist nichts, was man in jedem Frühling neu erbaut – sie kann viele Jahre lang in Betrieb sein. Manches, das über den Winter unansehnlich geworden ist, wird zurück geschnitten. Anderes – nicht winterhart – wird neu ausgesät oder, wenn es aufgrund eigener Samen aus dem Vorjahr wieder keimt, wird „eingefangen“ und an den richtigen Platz gepflanzt: Die „PflanzenFee“ verzaubert auch Ihren Garten und wünscht gutes Gelingen!