Dienstag, 04. November 2014

Raus aus der Natur, rein ins Haus: Zimmerpflanzen leiden unter dem Umzug sehr!

Graue Tage und geschlossene, beheizte Räume lassen manch ein Blättchen welken. Viele Zimmerpflanzen trauern jetzt ihrem sommerlichen Aufenthalt auf Terrasse und Balkon sowie dem schönen Sommer nach: Es ist an der Zeit, sie mit mehr Luftfeuchtigkeit und etwas Dünger zu verwöhnen. Auch auf Schädlingsbefall wollen sie nun verstärkt kontrolliert werden!

Pflanzen sind traditionsbewusste Lebewesen – sie schlagen ihre Wurzeln in die Erde und wollen keine örtliche Veränderung. Allein der Standortwechsel vom Freien in die Wohnräume bedeutet daher Stress pur für sie. Viele Pflanzenliebhaber wollen dies durch vermehrtes Gießen wettmachen – und schaden den grünenden und blühenden Topfbewohnern umso mehr: Gerade jetzt können sich Gießfehler sehr heftig auswirken – Staunässe im Übertopf killt lautlos, aber schnell. Faulen die Wurzeln, verdurstet die Pflanze sogar, weil sie – obwohl mitten im Wasser – nichts mehr aufnehmen kann.
Besser ist: Sparsam gießen und immer vorher mit dem Finger probieren, ob die Erde tatsächlich schon wieder frisches Wasser vertragen kann. Bei dem trüben Licht treiben die Zimmerpflanzen auch weniger aus und brauchen grundsätzlich nicht so viel Nass.

Manch eine Pflanze wie der Ficus reagiert außerdem stark auf Zugluft: Da kann es leicht sein, dass er einen Großteil seiner Blätter erst einmal radikal abwirft. Auch kalte Steinfließen am Boden sollten durch Isoliermaterial unter dem Topf entschärft werden. Noch ärger: Ein Platz direkt neben dem Heizkörper, das halten fast nur Kakteen und Yucca-Palmen aus… Aber auch die nicht immer.

Außerdem wollen die Pflanzen auch während der dunklen Jahreszeit so viel Licht als irgend möglich: Dunkle Wohnungen stellen sie also vor fast unlösbare Probleme. Ein paar Wochen halten sie zwar durch, aber wenn es dann Jänner, Februar wird, mutieren sogar die robusten Geldbäume (Crassula ovata) und Palmen zu unansehnlichen Gestrüppen und ziehen Schädlinge an. Klebrige Absonderungen auf den fleischigen Blättern deuten meist auf Schildblattläuse hin (die oft sogar vor den robusten Palmen nicht halt machen!). Pflanzliche Wirkstoffe schaffen Abhilfe.

Oft jedoch fragt man sich aber, was mit der Pflanze nicht stimmt, obwohl eigentlich alles in Ordnung sein müsste! Vor allem Pflanzen, die eine hohe Luftfeuchtigkeit lieben, brauchen jetzt die eine oder andere Sprühdosis aus der Flasche. Das betrifft vor allem Farne, aber auch Orchideen oder Drachenbaum- und einige Palmenarten sowie Zyperngras oder Bromelien. Man kann aber auch überlegen, sie über den Winter ins Badezimmer einzuladen… und sie mit etwas Dünger zusätzlich zum Grünen einzuladen und zu verwöhnen.