Montag, 15. Oktober 2012

Auch für Küchenkräuter kommt der Winter…

Basilikum, Dill, Liebstock, Majoran/Oregano, Minze, Petersilie, Rosmarin, Salbei, Schnittlauch, Thymian… Was hält frostige Temperaturen locker aus, was muss draußen geschützt werden, was sollte besser auf die Fensterbank – und was darf auf keinen Fall ins Warme, damit es auch im nächsten Frühling wieder austreibt?

Basilikum ist ein überaus kälteempfindliches und sehr licht- und wärmebedürftiges Gewächs. Es im Freien überwintern zu lassen, führt unweigerlich zum Pflanzentod. Aber leider überlebt das Basilikum auch dann, wenn es in den Topf und damit in die Küche kommt, nur selten länger als ein, zwei Wochen: Die Stängel werden schwarz, die Blätter welk – Basilikum braucht mehr Licht, als es im Winter zur Verfügung hat. Selbst das Trocknen von Basilikum macht wenig Sinn – das Kraut entwickelt den unverwechselbaren Geschmack nur frisch. Bleibt, sich auf das nächste Frühjahr und neues Basilikum zu freuen (oder im Supermarkt zuzuschlagen – und da allerdings auf eventuell hohe Nitratwerte ausländischer Produkte zu achten!).

Dill ist ebenfalls einjährig. Wenn man ihn im spätsommerlichen Garten blühen und Samen bilden lässt, sät er sich aber selber aus und keimt im nächsten Jahr wieder frisch (sofern ihm der Standort gefällt, denn ein Sprichwort sagt nicht umsonst: Dill macht, was er will…). Insofern ist Dill winterfest, da ihm Kälte nichts ausmacht. Zum Haltbarmachen empfiehlt es sich, ihn zu hacken und einzufrieren – getrocknet kann man ihn geschmacklich eher vergessen…

Der Liebstock kann sehr alt und groß werden, auch im Kübel auf der Terrasse (wenn’s ihm dort gefällt…). Liebstock ist auch winterfest. Dennoch stirbt die oberirdische Pflanze beim ersten Frost ab – um im Frühling die ersten warmen Sonnenstrahlen wieder mit zarten neuen Trieben zu begrüßen. Im Winter gibt es daher nur eingefrorenes (oder auch getrocknetes) Liebstöckelkraut. Überwintern in Wohnraum oder Keller funktioniert nicht.

Majoran ist nicht 100-prozentig winterfest, aber das macht auch gar nichts – denn im Gegensatz zu den meisten anderen Gewürzen entwickelt dieses Gewürz seine vollen Aromen vor allem in getrocknetem Zustand. Hie und da gelingt es sogar, das Kraut im Topf an einem kühlen, hellen Standort indoor zu überwintern. Aber wenn der Winter nicht gar zu frostig war, kommt er in den nächsten Jahren auch im Garten wieder hervor.
Sein würziger Verwandter, der Oregano, überwintert dagegen problemlos im langen, dünnen Wurzelstock. Aber auch er ist in getrocknetem Zustand wesentlich intensiver als frisch genossen.

Minze wächst auf einer kühlen Fensterbank im Haus meist relativ problemlos weiter. Sie überwintert aber auch an einem etwas geschützten Platz im Garten und wächst im nächsten Jahr wieder aus – das trifft zumindest auf die winterharten Sorten zu ( insgesamt gibt es über 50). Ein wenig Schutz mit Reisig und Co tun ihr jedoch gut.

Petersilie sät man jeden (zweiten) Frühling neu aus, weil die Pflanze zweijährig ist und nur einmal automatisch wieder kommt. Eine interessante Möglichkeit, wie man auch im Winter frische Petersilie zur Verfügung haben kann, besteht darin, die Wurzeln im Herbst auszugraben (bei Schnittpetersilie geht das natürlich nicht) und in leicht feuchtem Sand und dunkler Umgebung einzugraben. Danach holt man immer wieder ein paar Wurzeln heraus, steckt sie in einen Topf mit Erde – und siehe da: Sie wächst aus und man hat mitten im Winter in der Küche frische Petersilie.

Rosmarin ist bedingt winterhart – das bedeutet, bei zu starkem Minuswetter erfriert er doch und wird braun. Einen milden Winter übertaucht die Pflanze  aber problemlos und wächst im nächsten Jahr einfach weiter (und im nächsten, und im nächsten…). Im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern kann man Rosmarinzweige auch im Winter frisch ernten – die Pflanze wächst dann zwar nicht nach, ist aber genauso köstlich wie mitten im Sommer. Tipp: Aufs Gießen nicht vergessen, sonst vertrocknet die Pflanze! Holt man einen Topf ins Haus, soll er kühl und hell stehen. Dasselbe gilt für Salbei und Thymian.

Schnittlauch dagegen muss einmal bis in die Wurzelspitzen durchfrieren, damit er im nächsten Jahr wieder auswächst. Man kann den Topf also problemlos auf Balkon oder Terrasse stehen lassen und sich oft schon im Februar über das erste, oft noch mit Schnee bezuckerte Grün freuen. Und im Winter holt man sich hin und wieder ein frisches Stöckchen zum Abernten aus dem Supermarkt…