Dienstag, 29. Januar 2013

Das Geheimnis der zauberhaften Schneeglöckchen!

Sie kämpfen sich als erste Frühlingsboten durch das kalte Weiß und künden von einem nicht mehr ganz so fernen Frühling. Aber woher wissen die zarten weißen Blumen, dass es an der Zeit ist, aus dem Winterschlaf zu erwachen? Und wie schaffen sie es, die Schneedecke zu durchbrechen? Und warum erfrieren sie dann nicht gleich? Und wann ist es endlich so weit?

In der Natur wächst das Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) vorwiegend in feuchten Laub- und Laubmischwäldern (da steht es unter Naturschutz) – wir kennen es vor allem aus Parks oder aus dem Garten. Ihr Geheimnis liegt in ihrer eigenen Natur: Erstens werden die kleinen Blüten von einem festen Hochblatt geschützt, wenn sie durch den Schnee durchzustoßen beginnen.

Zweitens schafft es der Frühblüher, sich mit der sogenannten „Biowärme“ selber einzuheizen, sobald er die Sonne (auch unter dem Schnee!) verspürt und sein Stoffwechsel mit Hilfe der Nährstoffe in der Blumenzwiebel einmal in Gang gesetzt wurde: Dieser „Ofen“ schafft schöne acht bis neun Grad und wird vom Schneeglöckchen selbst hergestellt – ein biologischer Trick, mit dem es die Pflanze sogar schafft, den Schnee in ihrer Umgebung rundherum zum Schmelzen zu bringen. Außerdem trocknet sie so nicht aus und gießt sich quasi selbst. Erkennbar ist das auch an der kreisförmigen schneefreien Zone, die sich oft rund um die Frühblüher erstreckt.

Auch die Kälte der Nacht macht dem Schneeglöckchen nichts aus: Dafür werden die Blütenglöckchen einfach wieder geschlossen. Und die Pflanzenstängel legen sich nachts an den Boden, um sich bei den nächsten Sonnenstrahlen wieder aufzurichten und die Glöckchen erneut zu öffnen. Dabei bildet sich an jedem der eher schwach gebauten Stängel nur eine Knospe – bricht die Blüte durch, senkt sie sich und nickt…

Die ersten Blattspitzen des mehrjährigen Amaryllisgewächses erscheinen – je nach Temperatur und Schneehöhe – meist schon Anfang Februar: Ein alter Brauch besagt, dass man am Tag von Mariä Lichtmess, also am zweiten Februar, auf den Kirchenaltar streuen soll (die sind dann aber wohl meist im Warmen vorgezogen)… Wobei: Verspeisen sollte man die „Zauberpflanze“ dennoch nicht: Sie ist samt und sonders giftig.

Typische Winterblüher sind übrigens auch der Schneeball (Viburnum), der Seidelbast (Daphne), der Winterjasmin (Jasminum nudiflorum), die Schneeheide/Winterheide (Erica carnea) oder die Zaubernuss (Hamamelis) – dabei handelt es sich aber um Sträucher.