Dienstag, 07. Mai 2013

Garteln mit den Kids – ein spannendes Abenteuer!

Mama und Papa haben den Garten umgegraben und die Beete abgegrenzt, auf denen Tomaten, Kartoffel, Paprika, Kürbis, Bohnen, Gewürze oder Blumen… wachsen sollen. Ein kleines Eck vom großen Beet haben sie aber frei gelassen – das ist für mich. Darf ich mich vorstellen: Ich bin Andreas und sieben Jahre alt. Und ich liebe es, mit meinen Eltern zu garteln!

Das habe ich schon immer gern gemacht. Als ich noch kleiner war, haben mich die Oldies einfach so in den Garten mitgenommen und mich zuschauen oder kleine Dinger selber machen lassen: Eine Kartoffel in die dafür vorbereitete Grube legen z. B. Oder eine Erdbeere pflücken (und gleich essen). Oder eine Schnecke entfernen und im nahen Wald wieder aussetzen. So bin ich Jahr für Jahr in die Gartenarbeit hinein gewachsen. Jetzt bin ich aber schon groß.

Heuer bekomme ich also mein erstes eigenes Beet. Ein mal ein Meter groß und am sonnigsten Eck im Garten gelegen. Was will ich pflanzen? – Erst einmal: Eine Kartoffel. Es ist immer lustig, nach der Blüte in die Erde zu stochern und zu gucken, ob schon kleine Knöllchen an den Wurzeln dran hängen – von dieser Pflanze sollen heuer die ersten frühen Früchte für „Kartoffel mit Butter“ an einem Abend kommen. Das nehme ich mir fest vor. Dafür bin ich auch ganze zwei Wochen früher als meine Eltern dran, die Angst haben, dass es doch noch frieren könnte… Schlimmstenfalls ist meine einzige Pflanze dann halt kaputt oder wächst gaaanz langsam wieder nach. Und bestenfalls – ich mag Kartoffel mit Butter. Sehr! Und ich weiß auch, dass man die frischen Triebe mit Erde „anhäufeln“ muss, wie man bei uns in Österreich sagt. Das ist übrigens auch bei Kürbis oder Stangenbohnen so.

Aber so große Pflanzen wie eine Stangenbohne will ich auf meinem Quadratmeter nicht haben, das Angebot von meinem Vater habe ich abgelehnt. Was ich aber will, ist eine Erdbeere. Und eine grüne Spitzpaprikapflanze. Weil ich das alles gerne sofort vom Garten weg esse (und Bohnen sind urmühselig zu behandeln, wenn man sie essen will…)!

Und ein paar Blumen. Ich finde, ohne bunte Farbtupfer ist es im Garten langweilig. Ganz heimlich habe ich dafür die Samenpackung mit den Ringelblumen geöffnet und ein paar in die Erde fallen lassen. Auch drei Sonnenblumenkerne habe ich vom Vogelfutter abgezweigt und hineingesteckt. Jetzt muss ich aber auf die Schnecken achten, die lieben die Sonnenblumen genauso wie ich.

Und dann ist es soweit: Stolz zeige ich meiner Mama und meinem Papa mein Garteneck: Die sind voll stolz auf mich, denn alles ist schon aufgegangen. Und während ich noch nach einem freien Plätzchen für eine Zucchini suche, die ich auch ganz heimlich abgezweigt habe, höre ich sie ganz aufgeregt miteinander tuscheln – naja, sie haben schon recht. Beim Garteln haben sie mit mir wohl bisher alles richtig gemacht. Auch wenn die Kartoffelpflanze ein paar Tage später dann doch ganz welk und geknickt da lag… Es ist ja nur die eine von mir, die der späte Frost doch noch erwischt hat. Die ersten Frühkartoffel werden wir halt von Mamas und Papas Pflanzen essen müssen…