Mittwoch, 11. Dezember 2013

Bird-Watching im Garten oder am Balkon

Winter ist’s, der Boden ist gefroren und der Garten ruht – oder doch nicht ganz?
Gefiederte Gesellen sitzen im Busch und in den Bäumen. Sie brauchen unsere Hilfe, denn das natürliche Futterangebot ist knapp. Am besten platzieren wir ihr Essen an einer Stelle, die man gut vom Wohnraum her beobachten kann. Dann wird Bird-Watching schnell zum unvergleichlichen Erlebnis!

In eisigen Nächten braucht ein Vogel große Mengen Energie, um den Stoffwechsel und die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten. Dafür muss er genügend Nahrung aufnehmen, was aufgrund der geringen Anzahl heller Tagesstunden mitunter sehr schwierig ist. Kommen noch widrige Witterungsbedingungen wie eine geschlossene Schneedecke hinzu, kann für Rotkehlchen, Meisen, Kleiber, Spatz, Amsel und Co. jedes Körnchen Futter das pure Überleben bedeuten. Und das den ganzen Winter lang! Am besten füttert man sie am frühen Morgen, wenn sie besonders hungrig sind. Und am frühen Abend. Und „katzensicher“!

Je vielfältiger das Futterangebot ist, desto mehr Vogelarten werden sich einfinden und das Herz des Vogelbeobachters höher schlagen lassen. Hygiene ist dabei besonders wichtig, da sich Krankheiten an Futterstellen schnell ausbreiten können. Das Futter sollte daher immer trocken und sauber sein, offene Häuschen müssen öfter gereinigt werden. Daher sind vor allem Futtersäulen, bei denen die kleinen Piepmätze nicht direkt auf den Körnern sitzen und sie mit Kot verunreinigen können, empfehlenswert.

Nicht alle Vögel haben dieselben Vorlieben, was ihre Nahrung betrifft: Amsel, Drosseln und Rotkehlchen sind Weichfutterfresser, die gern Äpfel, Rosinen und fettgetränkte Getreideflocken fressen. Auch getrocknete Mehlwürmer kommen bei manchen von ihnen gut an. Finken dagegen sind Körnerfresser: Sie mögen Sonnenblumenkernen, Erdnussbruch und energiereiche Samen wie Hanf oder Mohn. Außerdem nehmen sie ihr Essen lieber vom Boden auf und meiden enge Vogelhäuschen oft.
Meisen, Kleiber, Specht und seltene Arten wie der knallrote Gimpel fressen neben Sonnenblumenkernen mit Begeisterung Nüsse und festes Fett.

Noch ein Tipp: Wer Meisenknödel oder -ringe kauft und anbringt, sollte sie gut befestigen. Eine Schleife allein reicht nicht – es sei denn, es gibt keine hochintelligenten Krähen oder Elstern in der Nähe. Denn die haben den Dreh schnell heraußen, ziehen einmal kräftig an und stauben das gesamte Fressen auf einmal ab. Die kleinen Freunde stehen dann schnell ohne Essen da. Auch Eichhörnchen lieben diese Knödel und sind sehr kräftig, wenn es darum geht, den Knödel ganz für sich zu ergattern: Man glaubt gar nicht, wie muskulös so ein Tierchen sein kann! 

Schönes Bird-Watching!